„Extrawurst“ am Landestheater – und bei uns!

Mit einem wundervollen Theaterabend erwacht nun auch diese Seite aus ihrem Winter-Corona-Schlaf. Gestern war der Vorstand unseres RTV zu einer Hauptprobe (der vorletzten vor der Premiere diesen Sonnabend am Landestheater/ Kammerspiele) eingeladen. Das hatte sich ergeben, als ich mit Heike eines abends nach dem Training noch bei Mario eingekehrt war, dem Italiener in der Bahnhofstraße. Herr Apelt, Schauspieldirektor am Landestheater, sah das Tennisracket von Heike aus ihrem Rucksack herausschauen und sprach uns an. Man inszeniere gerade ein Stück mit einem Vorstand eines Tennisvereins im Zentrum, in dem über die Anschaffung eines Grills innere Konflikte aufbrechen, die von Eifersucht und Rollenbildern bis in Fragen von Diversität, Minderheiten und Religion reichen. https://www.sh-landestheater.de/stuecke/extrawurst

Schauspieldirektor Apelt und Regisseur Peters im Gespräch

So konnten wir gestern der Probe beiwohnen – ein grandioses Stück, geschrieben von den Autoren der Serie „Stromberg“, in Berlin lief es über 100 mal wie mir Herr Apelt berichtete, – und fantastisch gespielt von den Schauspielerinnen und Schauspielern, wunderbar ins Szene gesetzt, herrlich altmodische Tenniskleidung. Der 1. Vorsitzende, ein Gentleman alter Schule, hat die Zügel fest im Griff – – wäre da nicht dieses Problem mit dem Grill, der neu angeschafft werden soll. Ein Grill für alle – – aber was ist mit Erol, dem türkischen Mitglied und Crack im Duo mit der Frau von Thorsten ….

Ein Besuch lohnt sich unbedingt, ich schwankte zwischen fast fassungsloser Begeisterung, Betroffenheit (in jedem der Charaktere erkennt man ein Stück von sich selbst …), Lachen und Tränen – und blieb berührt und nachdenklich zurück. Wie schön, dass es noch Theater gibt, Fernsehen, auch mit 2×4 m-Bildschirmen, kann den Zauber und die Lebendigkeit richtiger Darsteller nicht ersetzen. So war es uns eine Ehre, die Truppe auf unserer Anlage anschließend zu bewirten – mit Grillwurst natürlich. Und schon hatten wir das Problem importiert – wie stehen wir da, wenn auf unsere muslimischen Gäste, Platzwart Abdulmannan und Etaf – nicht Rücksicht genommen wird bez. dem was sie essen können? – – Ich habe versucht, dem wie auch den 3 Vegetariern mit gesonderten einfachen Grills, Halal-Grillwurst von Sahinler am Thormannplatz und veganer Wurst von Edeka nachzukommen ….. aber ist das ausreichend? Müssten die Extra-Grills nicht ebenso groß sein wie der deutsche Leitkultur-Großgrill für Schweinefleisch??

Diese und weitere Fragen wurden gestern noch bis spät in den Abend bewegt. Vielleicht haben wir neue Freunde gewonnen – und sehen den einen oder die andere bald einmal auf der Anlage zum Probespielen oder auf einen kühlen Trunk nach anstrengenden Proben. Das schöne Theatergebäude schimmert weiß durch das frische Buchengrün am Eiland.